28 Oktober 2026

Daten löschen? Warum diese Methoden nicht funktionieren

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Laptop geleert, Festplatte formatiert, Werkseinstellungen wiederhergestellt. Bereit zur Weitergabe? Oft nicht.

Kurz gesagt

Formatieren, den Papierkorb leeren oder auf Werkseinstellungen zurücksetzen löscht Ihre Daten meist nicht wirklich. Gerade auf einer SSD bleibt oft genug übrig, um es wiederherzustellen. Was funktioniert, ist ein Löschverfahren, das zum Datenträger passt, ausgeführt mit zertifizierter Software, mit anschließender Prüfung und einem Löschzertifikat für jedes Gerät.

Warum bleiben gelöschte Daten einfach erhalten?

Beim Löschen verschwindet meist nur der Verweis auf eine Datei, nicht die Datei selbst. Der Inhalt bleibt auf dem Datenträger, bis Ihr Computer zufällig etwas Neues darüberschreibt. Bis dahin holt kostenlose Wiederherstellungssoftware ihn problemlos zurück.

Stellen Sie sich ein Buch mit Inhaltsverzeichnis vor. Sie streichen ein Kapitel im Verzeichnis durch, aber die Seiten stecken noch im Buch.

Bei einer SSD wird es schwieriger. Wear Leveling ist eine Technik in SSDs, die das Schreiben auf alle Speicherchips verteilt, damit sie gleichmäßig abnutzen. Die SSD entscheidet also selbst, wo Ihre Daten landen. Over-Provisioning ist zusätzlicher Reservespeicher auf einer SSD, den Sie als Nutzer nicht sehen. Zusammen sorgen beide dafür, dass Windows oder macOS nicht genau wissen, wo alle Daten liegen, und ein Programm, das den Datenträger überschreibt, nicht jede Stelle erreicht.

Laut BSI

Das BSI sagt es deutlich. Beim Leeren des Papierkorbs verschwinden nur die Verweise im Inhaltsverzeichnis, und eine normale Formatierung legt lediglich die Dateisystemstruktur neu an. Bei SSDs und USB-Sticks können in gesperrten Speicherbereichen selbst nach dem Überschreiben noch Daten vorhanden sein.

Daten löschen

Acht Methoden, die nicht reichen

Keine dieser acht Methoden bietet Ihnen Sicherheit und Nachweis zugleich. Einige kommen nah heran, vor allem bei einer Festplatte. Bei einer SSD, oder sobald Sie belegen müssen, dass die Daten weg sind, ist Schluss.

1. Den Papierkorb leeren

Aus den Augen heißt nicht weg. Den Papierkorb zu leeren entfernt nur den Verweis. Der Inhalt liegt weiter auf dem Datenträger, und kostenlose Wiederherstellungsprogramme sind genau dafür gemacht.

2. Schnell formatieren

Außen leer, innen voll. Eine Schnellformatierung legt ein neues, leeres Dateisystem an. Mehr nicht. Ihre alten Dateien liegen darunter.

3. Vollständig formatieren

Besser, aber nicht genug. Eine vollständige Formatierung unter Windows überschreibt die gesamte Festplatte mit Nullen, so Microsoft selbst. Das hilft. Eine Prüfung und einen Bericht bekommen Sie trotzdem nicht. Beschädigte Bereiche, die die Festplatte bereits selbst abgeschaltet hat, überspringt die Formatierung, und genau dort können noch alte Daten liegen. Auf einer SSD erreicht das Betriebssystem den Reservespeicher gar nicht erst.

4. Windows neu installieren

Selbst Microsoft gibt keine Garantie. Eine Neuinstallation überschreibt nur den Teil des Datenträgers, den Windows braucht. Die Option „Alles entfernen“ mit Bereinigung des Laufwerks geht weiter, doch Microsoft verspricht nur, dass die Wiederherstellung Ihrer Dateien schwieriger wird. Schwieriger heißt nicht unmöglich.

 zertifizierte Datenlöschung

5. Auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Beim Smartphone oder neueren Mac meist ausreichend, beim Windows-Laptop weniger, und nirgends nachweisbar. Eine Wiederherstellungspartition ist ein abgeschirmter Bereich der Festplatte, auf dem der Hersteller eine Kopie von Windows ablegt. Wer einen Laptop zurücksetzt, spielt meist nur diese Kopie zurück, mit denselben Grenzen wie oben.

Smartphones schneiden besser ab. Das BSI hält einen Factory Reset bei aktuellen Geräten normalerweise für ausreichend, weil kein direkter Zugriff auf den internen Speicher möglich ist. Android-Geräte, die ab Android 10 auf den Markt kamen, verschlüsseln ihren Speicher standardmäßig.

Bei Apple funktioniert es ähnlich. Laut Apple macht „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“ auf einem iPhone, iPad oder Mac mit Apple Chip oder T2-Chip alle Schlüssel unbrauchbar, sodass die Daten kryptografisch unlesbar werden. Ältere Macs ohne T2-Chip bieten diese Option nicht.

Für ein Unternehmen bleiben trotzdem Lücken, etwa ältere Geräte, Speicherkarten und der fehlende Nachweis pro Gerät.

6. Kostenlose Tools wie DBAN

Früher Standard, heute überholt. DBAN ist ein kostenloses Programm zum Überschreiben von Festplatten und war jahrelang der Standardtipp. Die eigene Website sagt inzwischen, dass DBAN nicht dafür gemacht ist, SSDs zuverlässig zu löschen, nicht zertifiziert ist und keine Updates mehr bekommt.

File Shredder stoßen an dieselbe Grenze. Sie überschreiben eine einzelne Datei, wissen auf einer SSD aber nicht, wo die alten Kopien dieser Datei physisch liegen.

7. Blind auf Secure Erase vertrauen

Gute Idee, aber Vertrauen ist kein Nachweis. ATA Secure Erase ist ein Löschbefehl, der im Datenträger selbst eingebaut ist. Für eine SSD ist das grundsätzlich der richtige Weg. Nur setzt jeder Hersteller ihn anders um, und das NIST weist selbst darauf hin, dass Sie sich bei solchen Befehlen auf die Umsetzung des Herstellers verlassen müssen. Prüfen Sie hinterher nichts, wissen Sie nicht, ob es geklappt hat.

8. Degaussen

Degaussen ist ein Verfahren, das magnetische Speicher mit einem sehr starken Magnetfeld löscht. Bei einer klassischen Festplatte oder einem Backup-Band kann das funktionieren. Das britische NCSC warnt allerdings, dass jeder Degausser eine bestimmte Stärke hat und nicht jeder Degausser bei jeder Festplattentechnik wirkt.

Bei einer SSD, einem USB-Stick oder einer Speicherkarte bewirkt Degaussen nichts. Sie speichern Daten im Flash-Speicher, nicht auf einer magnetischen Schicht. Lässt sich eine SSD nicht löschen, lassen Sie sie bis auf Chipebene vernichten. Für eine Festplatte ist die Festplattenvernichtung der sichere Weg.

Sichere Entsorgung von Datenträgern

Wie löschen Sie Daten dann sicher?

Daten sicher löschen beruht auf drei Dingen. Einem Verfahren, das zum Datenträger passt, zertifizierter Software und einem Nachweis für jedes Gerät. Für ein Unternehmen wiegt dieser Nachweis genauso schwer wie das Löschen selbst.

Die DSGVO verlangt, dass Sie den angemessenen Schutz personenbezogener Daten nachweisen können (Art. 5 Abs. 2) und geeignete technische und organisatorische Maßnahmen treffen (Art. 32). Gelangen Daten von einem nicht sicher gelöschten Gerät in falsche Hände? Dann liegt eine Datenschutzverletzung vor, die Sie in der Regel innerhalb von 72 Stunden der zuständigen Aufsichtsbehörde melden müssen (Art. 33).
Zur zertifizierten Datenlöschung

Welches Verfahren passt zu welchem Datenträger?

Wer eine Festplatte sicher löschen will, kommt mit Überschreiben oft aus. Eine SSD braucht mehr, entweder den in der SSD eingebauten Löschbefehl oder die Vernichtung des Verschlüsselungsschlüssels. Letzteres heißt kryptografisches Löschen. Nutzen Sie BitLocker unter Windows oder FileVault auf dem Mac, ist Ihr Laptop bereits verschlüsselt. Das senkt das Risiko deutlich, als Löschung zählt es aber erst, wenn Sie den Schlüssel nachweislich vernichten. Auch das BSI sieht das sichere Löschen aller Schlüssel als zuverlässigen Schutz.

Diese Einteilung stammt aus NIST SP 800-88, einer internationalen Richtlinie für das sichere Löschen von Daten. Die neueste Fassung erschien im September 2025 und kennt drei Stufen.

  • Clear ist Überschreiben, für viele Festplatten ausreichend.
  • Purge löscht so gründlich, dass selbst ein Labor die Daten nicht zurückholt. Für eine SSD ist das der Maßstab.
  • Destroy ist die physische Vernichtung, für Datenträger, die sich nicht löschen lassen.

Für Unternehmen in Deutschland beschreibt der IT-Grundschutz-Baustein CON.6 „Löschen und Vernichten“ des BSI, wie Sie das organisatorisch regeln. Mit einem Löschkonzept, geeigneten Verfahren, einer Dokumentation und klaren Vorgaben für Dienstleister. Der Baustein verweist dabei auf DIN 66398 (Löschkonzept) und DIN 66399 (Vernichtung von Datenträgern).

Ohne Zertifikat kein Nachweis

Ein Löschzertifikat ist ein Bericht pro Gerät, der festhält, welchen Datenträger Sie wie und wann gelöscht haben. Professionelle Löschsoftware wählt für jeden Datenträger den richtigen Befehl, prüft das Ergebnis und erstellt dieses Zertifikat selbst. Fragt ein Auditor, ein Kunde oder die Aufsichtsbehörde nach, ist das Ihr Beleg.

Laut NIST SP 800-88 hält ein solches Zertifikat mindestens fest:

  • Hersteller, Modell und Seriennummer des Datenträgers
  • Löschverfahren und Technik
  • die Software samt Version
  • wer die Prüfung durchgeführt hat

Reicht selbst löschen denn nie?

Manchmal schon. Bei einem einzelnen, verschlüsselten privaten Smartphone genügt ein Zurücksetzen meist. Und professionelles Löschen kostet Geld und Zeit, manchmal verlassen Geräte dafür das Haus.

Für ein Unternehmen sieht es anders aus. Sie löschen nicht ein Gerät, sondern Dutzende oder Hunderte, und für jedes einzelne müssen Sie zeigen können, dass alles geklappt hat. Diese Lücke schließt ein einfaches Zurücksetzen nicht.

Sichere Datenlöschung

Wie geht Circular IT group vor?

Bei Circular IT group löschen wir Datenträger mit Blancco, einer zertifizierten Löschsoftware, die nach Standards wie NIST 800-88 und ISO 27040 arbeitet. Blancco eignet sich für Festplatten, SSDs und mobile Geräte, jeweils mit einem Löschverfahren, das zur Art des Speichers passt. Nach jedem Löschvorgang erstellt die Software automatisch ein Zertifikat mit Seriennummer und Zeitstempel.

So haben Sie für jedes Gerät schwarz auf weiß, dass die Daten weg sind, und die Hardware bleibt für ein zweites Leben geeignet.

Löschen nicht möglich? Dann vernichten

Einen defekten Datenträger, oder einen, der den Löschbefehl verweigert, lassen Sie physisch vernichten. Wie das abläuft, vom Schreddern in unserem Servicecenter bis zur Vernichtung vor Ort nach DIN 66399, lesen Sie auf unserer Seite zur Datenträgervernichtung.

Richtig gelöscht heißt bereit für ein zweites Leben. Einen Laptop, Server oder ein Smartphone, das nachweislich leer ist, setzen Sie einfach wieder ein. Das spart Kosten und Elektroschrott. Entdecken Sie unser gesamtes ITAD-Angebot oder erfahren Sie, wie Sie gelöschte Hardware über unseren IT-Ankauf zu Geld machen. Welche Wahl zu Ihrer Situation passt, lesen Sie in Laptop entsorgen, verkaufen oder vernichten.

Welche Methode wirkt wann?

Nur zertifiziertes Löschen mit Prüfung erfüllt alle drei Punkte. Die anderen Methoden scheitern an der SSD, am Nachweis oder an beidem.

Methode Daten wirklich weg? Auch auf einer SSD? Nachweis pro Gerät?
Papierkorb leeren Nein Nein Nein
Schnellformatierung Nein Nein Nein
Vollständige Formatierung Bei einer Festplatte größtenteils Nein Nein
Windows neu installieren Nicht garantiert Nicht garantiert Nein
Werkseinstellungen Bei aktuellen Smartphones und neueren Macs meist ja Hängt von der Verschlüsselung ab Nein
DBAN oder File Shredder Bei einer Festplatte teilweise Nein Nein
Secure Erase ohne Prüfung Wahrscheinlich Hängt vom Hersteller ab Nein
Degaussen Bei einer Festplatte meist ja Nein Nein
Zertifiziertes Löschen mit Prüfung Ja Ja Ja

Steht bei Ihnen Hardware zur Aussonderung bereit? Ob eine Handvoll Laptops oder ein komplettes Rechenzentrum, sprechen Sie uns an. Dann finden wir gemeinsam die passende Lösung.

Reinout van Tuyll

Reinout van Tuyll

CFO

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